Hirschlausfliege: Symptome, Risiken und Prophylaxe für Ihr Tier

Erfahren Sie alles Wissenswerte über die Hirschlausfliege und wie Sie sich und Ihre Tiere davor schützen können.

Eine Collage von 3 Bildern, auf denen eine Hirschlausfliege fotografiert wurde

Blutsaugende Plagegeister im (Spät-)Sommer – die Hirschlausfliege 

Aufgrund der Aktualität möchte ich gerne den Beitrag des letzten Jahres hervorheben. In der Regel ist dieser Parasit in den Monaten August – Oktober anzutreffen, einigen Tierbesitzern ist dieser Plagegeist schon die Tage aufgefallen: die 5–7 mm große Hirschlausfliege (Lipoptena rvi, Familie der Hippoboscidae).

Aussehen

Hellbraun-schwarzer Körper, außergewöhnlich dicke, krumme Beine. Ca. 5–7 mm groß. Beim ersten Kontakt sind in der Regel Flügel sichtbar.

Vorkommen

Im / am Waldgebiet.

Wirte

In der Regel Wildtiere wie Wildschweine, Rehe, Rentiere, Elche und Vögel – befällt aber auch gerne Hunde, Pferde und sogar Menschen, sofern die anderen Wirte nicht greifbar sind.

Vorgehen des Insekts

Der Wirt wird angeflogen und die Hirschlausfliege krallt sich fest. Die weiblichen Insekten werfen ihre Flügel ab. Danach wird sich der Weg durch Fell und Haare zur Haut gebannt. Hier erfolgt dann das Festbeißen der Hirschlausfliege. Sie ist schwierig abzuziehen und auch danach sollte man schnell sein, da diese sehr flink unterwegs ist.

Symptome

Eine Katze, die sich mit der Hinterpfote kratzt

Viele Tiere versuchen sofort das Insekt loszuwerden, indem sich an der Stelle heftig geschubbert oder geknabbert wird. Der Biss an sich ist oft sehr schmerzhaft. Oft wirkt das Tier auch panisch.

Infolgedessen kann es zu Rötungen, Schwellungen, Pusteln, eitrigen und nässenden Hotspots, allergischen Reaktionen oder sogar Infektionskrankheiten kommen.

Die Uni Leipzig fand 2004 heraus, dass über den Blutweg verschiedene Erreger, wie Bakterien und Einzeller übertragen werden können. Hierbei sind insbesondere Rickettsien, Borrelien, Bartonellen und Mycoplasmen zu erwähnen, die schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen können.

Prophylaxe

Auftragen von Repellenzien – hierbei sollte man aber bedenken, dass das „Schwingen mit der Chemiekeule“ und unsachgemäßen Mitteln große Nebenwirkungen hervorrufen können, wie z. B. Entzündungen, allergische Reaktionen oder sogar neurologische Problematiken, wie Epilepsie.

Erster Schritt nach Befall

Sofortiges Absammeln mithilfe eines Flohkamms nach dem Gassigehen ist die erste Maßnahme.
Beobachten Sie die Bissstelle. Im Zweifel suchen Sie einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt auf, um Infektionsherde einzugrenzen.

Meiden Sie für einen gewissen Zeitraum Waldrandgebiete und Wälder. Oft sind diese kleinen bräunlichen Insekten auch nur in bestimmten Bezirken zu finden.

Gerne kann ich Ihnen hinsichtlich Infektionskrankheiten, Repellenzien und zur Erstversorgung behilflich sein und weitere Informationen geben.

Herzliche Grüße
Corinna Brzinsky

(Fotos: Wikipedia, Hirschlausfliege und aus eigenem Archiv)

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