Pyreothroid / Permethrin-haltige Anti-Parasiten-Mittel bei Katzen

„Spot ons“ oder andere Mittel gegen Zecken, Flöhe etc. bei Katzen zu verwenden, die eigentlich für Hunde gedacht sind, können zu schweren Vergiftungen und neurologischen Schäden führen.

Eine Nahaufnahme einer Katze mit blauen Augen

Liebe Katzenbesitzer,

bitte denkt daran, niemals „Spot ons“ oder andere Mittel gegen Lästlinge wie Zecken, Flöhe & Co zu verwenden, die eigentlich für Hunde gedacht sind!

In vielen parasitenabtreibenden Mitteln sind Permethrin-Verbindungen (Gruppe der Pyrethroide) enthalten, die bei der Katze zu schweren Vergiftungen und neurologischen Schäden führen können! Diese sind oft irreversibel oder gar tödlich, wenn sie nicht schnell erkannt werden.

Folgende Symptome können auftreten, da Katzen bestimmte Stoffe nicht verarbeiten können:

  • Erbrechen
  • Vermehrtes speicheln
  • Zittern und Zucken
  • Herzrasen -überhöhte Temperatur
  • Pupillenerweiterungen
  • Krämpfe 

Hier könnt Ihr Euch ein Video ansehen, wie eine Vergiftung mit einem pyrethroidhaltigen Mittel bei der Katze ausschaut: https://www.facebook.com/highburynorth/videos/604153442929131/

Aufgrund dessen, dass seit letztem Jahr weitere frei verkäufliche Mittel gegen Parasiten auf dem Markt zu erwerben sind, sollte man sich die Zusammensetzung der Mittel genauestens anschauen!

Auch beim Hund sollten diese „Spot ons“, Kautabletten oder Halsbänder mit Vorsicht und Bedacht eingesetzt werden. So hält es nicht nur bspw. Zecken fern, sondern bezweckt auch noch, dass die evtl. doch angedockte Zecke ihren Darminhalt -mit all den gefährlichen Erregern wie Ehrlichien, Babesien und Borrelien, in die Wunde erbricht. Ist dies Sinn der Sache?

Solltet Ihr Hunde und Katzen im Haushalt haben und selbst nur dem Hund ein permethrinhaltiges Präparat verabreichen, besteht auch bei der Katze die Gefahr, dieses durch Körperkontakt oder durch die Umwelt (Körbchen, Liegeplätze…) aufzunehmen!

Lesen wir uns die Packungsbeilage von Frontline, Exspot, Preventic usw. durch, so wird einem schnell klar, dass es sich nicht um ein harmloses Mittel gegen Zecken, Flöhe und Co handelt: es ist ein Biozid (Umweltgift), man sollte den Hund nicht direkt danach anfassen, Kinder fernhalten. Natürlich ist für viele Tiere und auch Menschen die Not groß, die Erreger, die diese in sich tragen können, sind alles andere als harmlos.

Wie geht man mit Zecken um, die sich angedockt haben?

  • NIEMALS Sekundenkleber, Nagellack, Öle usw. auf die Zecke auftragen. Diese erbricht sich sofort.
  • Zecke einfach mithilfe einer Zange oder Zeckenkarte senkrecht herausziehen. Sie haben KEIN Gewinde und müssen nicht herausgedreht werden.

Wenn man möchte, kann man die Zecke sofort einschicken, oder bei mir untersuchen lassen, ob diese Borrelien enthalten hatte. Einen Test biete ich Euch ab sofort in meiner Praxis an!

Oft sind immungeschwächte Tiere anfälliger Endo- und Ektoparasiten zu erlangen. Gerne berate ich Euch diesbezüglich zu dieser Thematik. Um Zecken wirkungsvoll und natürlich fernzuhalten, gibt es eine große Palette in der Naturheilkunde:

  • spezielle Öle von Young Living
  • Bernsteinkette
  • Immunsystem aufbauen mit Hilfe von z. B. Kräutern oder Pilzen
  • Darm-Flora überprüfen
  • Säure, -Basenhaushalt beobachten
  • Nosoden

Dennoch sind auch nicht alle naturheilkundlichen Mittel nebenwirkungsfrei! Bitte fragt im Zweifel bei Eurem Tierheilpraktiker oder Tierarzt nach. Bei der Katze ist hierbei z. B. Vorsicht geboten, da diese bestimmte Enzyme zur Entgiftung und Aufschlüsselung der Pflanzendroge nicht besitzen, oder kaum vorhanden haben. Phenolhaltige Phytotherapeutika (bspw. Teebaumöl) können so schnell zu einem intrahepatischen Ikterus und Leberversagen führen.

Ein Durchkämmen des Fells nach dem Gassigang mithilfe eines Flohkamms kann schon eine gute Prophylaxe sein.

Für jedes Tier sollte ein passendes Mittel gegen Ektoparasiten gefunden werden. Sogenannte „Wundermittel“ gibt es auch hier nicht und sollte individuell beobachtet und angewendet werden.

Herzliche Grüße

Eure Corinna

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